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Geschichte der Kleinbrennerei,
welche natürlich direkt verbunden ist mit der des Alkoholes.
1. Die Gärung - Der Ursprung der Alkoholproduktion.
Die zielgerichtete Herstellung von alkoholischen Getränken
durch den Menschen fällt
wohl in den Zeitraum zu Beginn der neolithischen Revolution ( ca.6000
v.Chr.), also den Übergang des Jäger- und Sammlertums
zu den ersten Siedlungs- und Sozialformen.
Der erste Rohstoff
für diese berauschenden Getränke war vermutlich Wildbienenhonig,
der in den damals üblichen Behältnissen wie Keramikkrügen
oder Flaschenkürbissen lagerte. Durch die Eigenschaft von Honig,
Wasser aus der Umgebungsluft aufzunehmen, verdünnt der sich
selbst und wird so für die alkoholproduzierenden Mikroorganismen
leicht vergärbar.
Natürlich dauerte
es noch einige Jahrhunderte, bis sich eine Gärungstechnologie
mittels Verdünnung durch Wasser und Selbstvergärung von
Honig in diesen Völkern etabliert hatte. Eines der in unseren
Breitengraden wohl berühmteste dieser Honig-gär-getränke
ist der Met.
Allerdings wurden
diese ersten alkoholischen Erzeugnisse vorwiegend nur bei kultischen
Handlungen eines auserwählten Kreises von Schamanen, Medizinmännern
und Ältesten genossen, die sich ihren Göttern trunken
näher fühlten.
Der zweite große Meilenstein in der Entwicklung der Gärungstechnologie
war die gezielte Herstellung von alkoholischen Getränken aus
Früchten.Der Beginn dieser Methode zur Alkoholgewinnung dürfte
ca. 5500 v. Chr. sein.
Die Personenzahl
in den einzelnen Dörfern und später den Städten nahm
aufgrund von Ackerbautechnologie und erfolgreicher Viehzucht zu,
so dass sich "Technologie-Spezialisierungen" herausbilden
konnten.
Früchte konnten für lange Zeit haltbar gemacht werden
wenn man sie presste, den
austretenden Saft sammelte und vergor, die angefallenen Pressrückstände
(Treber) trocknete und für schlechte Zeiten, wie den Winter,
aufhob.
So konnte die Ernährung auch weitestgehend in den ertragschwachen
Jahreszeiten durch Trockenfrüchte, aber eben auch energie-
und vitaminreichen Wein bzw. Fruchtwein sichergestellt werden.
Die dritte Entwicklung war wohl die Verarbeitung von stärkehaltigen
Rohstoffen wie Getreide zu alkoholischen Getränken.
Vom Brotbacken wusste man, dass, wenn man kräftig in den Teig
spuckte und ihn ein bis zwei Tage stehen ließ, das Brot viel
weicher und die Krume lockerer wurde.
Gab man mehr Wasser in den Teig, kaute ihn gut durch und spie ihn
wieder aus, so fing das "Gebräu" innerhalb kurzer
Zeit an zu gären.
Durch das Kauen und die Spucke wurde durch die im Speichel enthaltenden
Enzyme die Getreidestärke in vergärbaren Zucker umgewandelt;
durch die ebenfalls im
Speichel enthaltenen Mikroorganismen wurde dann der Zucker in Alkohol
umgewandelt.
Diese Art der "Bierbereitung" soll heute noch bei Stämmen
im Bantu-Gürtel von Afrika (Hirsebier sog. Pombé) und
in Südamerika bei den Jivaro (Maisbier sog. Cziza) praktiziert
werden.
Entwicklungsgeschichtlich bedeutsam ist auch der soziale Aspekt
des Alkoholkonsums.
Während Weine und Honigweine nach einiger Zeit durch weitere
Gärungen zu Essig wurden, konnte Getreide lange Zeit aufbewahrt
und im Bedarfsfalle zu "Bier" verarbeitet werden. Dadurch
waren alkoholische Getränke immer verfügbar und durch
die Einfachheit der Herstellung nicht nur einer privilegierten Schicht
zugänglich.
Mit etwas Schmunzeln kann man wohl sagen, dass mit diesem Schritt
das Zeitalter der "Dorffeste" begann!
Mehr als 4000 Jahre änderte sich nicht viel an diesen Grundtechnologien
derAlkoholproduktion. Selbst in den damaligen Technologiezentren
Ägypten und Babylon fanden außer vielen kleinen Verfeinerungen
der bekannten Technik keine großen Entwicklungen statt.
Um 800 v. Chr. wurde im phrygischen Reich und dem nachfolgenden
lydischen Reich in Kleinasien der Dionysuskult eingeführt.
Die Ausübung dieses Kultes durfte nur in Gesellschaft und in
betrunkenem Zustand geschehen, dadurch erhielt der Weinbau in diesem
Land eine enorme Wichtigkeit.
Wein verdrängte alle anderen alkoholischen Getränke in
diesem Raum. Die benachbarten Griechen übernahmen den Dionysuskult
und vermischten ihn mit dem der Aphrodite. Zur Ausübung dieses
Gemeinschaftskultes durfte man zwar nicht mehr so betrunken sein.
Damit die körperliche Leistungsfähigkeit
nicht drastisch gemindert wurde, verdünnten die Griechen den
Wein mit Wasser, was aber der Wichtigkeit des Weinbaues auch in
diesem Lande keinen Abbruch tat.
Weine waren damals weit verbreitet und Aristoteles erkannte, dass
da ein seligmachender Stoff im Weine sei. Gehandelt wurde der Wein
in Amphoren, das waren ca. 20 Liter große tönerne Vasen,
die im Halsteil mit zwei Lagen Ziegenleder und Olivenöl abgedichtet
wurden; auch in Schläuchen aus Tierhäuten wurde Wein kurzfristig
gelagert.
Im ersten Jahrhundert
vor Christi Geburt erfanden keltische Stämme im heutigen badischen
Raume erstmals Holzfässer für die Lagerung von Flüssigkeiten.
Nun konnten auch große Mengen an Wein und anderen alkoholischen
Getränken über längere Zeiträume gelagert werden.
Abermals änderte sich über 1100 Jahre nichts Wesentliches
in der Herstellung von Gärungsgetränken.
Erst nach dem Jahre 1000 versuchten sogenannte Alchimisten und Mönche
in den Klöstern den Stein der Weisen oder die Quintia Essentia
aus allen möglichen Rohstoffen herzustellen.
Hier endet nun auch die Geschichte der allgemeinen Herstellung von
niedrigprozentigen
alkoholischen Getränken, welche die Grundlage für die
nächste technologische Entwicklungsstufe,
die Herstellung von hochprozentigen Alkoholika, bilden.
2. Die Destillation - die Geschichte vom Hochprozentigen.
Bedingt durch die christliche Rückeroberung der spanischen
Halbinsel (1000-1100 n. Chr) sowie
Handelskontakte mit dem byzantinischen Reich gelangte antikes und
arabisches Wissen nach Unteritalien. Nach arabischem Muster entstand
dort unter den für die damaligen Zeiten weit voraus denkenden
normannischen Könige und ihren Nachfolgern, ein modernes Staatswesen,
das seine leitenden Beamten in Hochschulen ausbildete. Die Schicht
der dort z.B. in Salerno, Tarent, Capua oder Catania Studierenden
bestand aus Mauren, Juden, Deutschen, Italienern und Griechen, die
später auch geistliche Ämter inne hatten.
An diesen frühen Universitäten wurde versucht, den Studierenden
einen hohen Allgemeinwissensstand mit Schwerpunkt in Rechtswissenschaft
und Finanzverwaltung zu vermitteln. Der Zeit entsprechend aber auch
Astrologie und Alchemie. Die für diese Zeit übliche Vermischung
von religiösem / mystischem und Aberglauben wurde durch die
halbwissenschaftlichen Versuche in Astrologie und Alchemie sehr
stark angeregt.
Die Gelehrten der
damaligen Zeit machten sich auf, um nun den "Stein der Weisen",
das "Aqua vitae", die "Quintia Essentia" und
natürlich auch Gold zu erfinden.
Durch immer neue Versuche und Versuchsanordnungen und den - aus
heutiger Sicht-skurrielsten Zutaten versuchte man seinen Zielen
näher zu kommen. Die wohl berühmtesten "Erfindungen"
aus dieser Zeit sind das Porzellan und das Schießpulver.
Primitive Destilliergeräte
kannte man von den Arabern, die ätherische Öle mit Wasserdampf
aus Pflanzen für die Parfümherstellung verwendeten.
Unter Zuhilfenahme solcher Gerätschaften entdeckten diese Alchemisten
einen Stoff im Wein, der sich von den anderen Bestandteilen im Wein
durch Hitze trennen ließ.
Mit den Geräten dieser Art konnte man bei vorsichtiger Betriebsweise
an einem Tag
aus 10 bis 15 Litern Wein ca. 1 Liter Destllat mit ca. 50 % vol
Alkohol herstellen.
Ein solches Destillat war af Grund der Höhe des Alkoholgehaltes
schon brennbar.
Somit könnte behauptet werden, dass
die destillierenden Alchemisten der damaligen Zeit die ersten Kleinbrenner
waren!
Die Alchmisten nannten
ihr aus Wein gewonnenes Destillat Aqua vitae (Wasser des Lebens)
oder Al-kuhul (arabisch: weiße Reinheit). Nach unserem heutigen
Verständinis war wohl die Bezeichnung "Feuerwasser"
noch zutreffender.
Da diese Alchemisten natürlich auch der Heilkunst verpflichtet
waren, probierten sie
auch die Eigenschaften dieses Erzeugnisses an Kranken aus. Das Ergebnis
war, daß
mit diesen meist hochprozentigen Destillaten allerlei Krankheiten
der Psyche, Wurmleiden oder Ausschläge geheilt oder gelindert
werden konnten.
Die gesundheitliche Wirksamkeit ließ sich bei dieser Art von
Medizin noch steigern, sobald Auszüge aus heilenden Kräutern
und Gewürzen beigemengt wurden.
Ungefähr 250 Jahre blieb dieses meist Aqua Vitae genannte,
aus Wein hergestellte Lebenswasser den Apotheken und Heilern vorbehalten.
Infolge der vielen Kriege und Fehden im 13. und 14. Jahrhundert,
welche immer wieder eine Verknappung von
Transportraum hervorbrachten, kamen auch findige Weinhändler
auf die Idee, die Weine durch Brennen bzw. Destillieren zu konzentrieren.
Das für eine Rückverdünnung auf die Ursprungsstärke
benötigte Wasser konnte ja überall zugegeben werden.
Die Technik der Destilliergeräte war somit bekannt, nur vergrößert
mussten sie noch werden, und die Kühlung für das Kondensat
musste verbessert werden, damit nicht so viel Alkohol in die Luft
verdampfen konnte.
Mit den verbesserten
Geräten, welche in der Zeit um 1550 entwikelt wurden war es
nun möglich, große Mengen an alkoholischen Destillaten
herzustellen. Natürlich partizipierte schon damals die jeweilige
Herrschaft durch die Besteuerung dieser Produkte.
Da der Grundstoff Wein nur in den südlichen Regionen Europas
in ausreichender
Menge vorhanden war, wurde im Norden ab dem 15. Jahrhundert schon
Obst und Getreide als Rohstoff verwendet.
Die Verarbeitung von Obst und Getreide war technologisch anspruchsvoller
als die Verarbeitung von Wein, hatte aber den Vorteil, dass der
Abfall der Fabrikation, die sogenannte Schlempe, durch die Hefe
und die Inhaltsstoffe zur Nutzviehfütterung verwendet werden
konnte.
Um 1520 war Alkohol in Form von 50 bis 60 % iger Ware, dem sogenannten
Branntwein, für wenig Geld einer breiten Schicht von Verbrauchern
zugänglich.
Branntwein war nun neben dem teuren Wein oder Bier ein wesentlich
preiswerteres
Genuss- und Lebensmittel.
Nicht nur in den
Städten des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit
stand es um die hygienischen Verhältnisse sehr schlecht. Wasser
war fast immer verunreinigt, trotzdem wurde es nur sehr selten abgekocht.
Die Sitte, Wasser und Branntwein zusammenzugießen und danach
als leicht alkoholischen "Cocktail" zu genießen,
war jedoch weit verbreitet.
Durch den Alkohol im Wasser wurde das Getränk somit zumindest
teilweise desinfiziert.
Die in dieser Zeit immer wieder aufkommenden Seuchen wurden dadurch
zwar nicht gebannt, aber man kann dvon ausgehen dass diese dadurch
wohl deutlich reduziert wurden.
Die Mode der Vermischung von Wasser und Branntwein hielt sich bis
ca. 1840, noch zu dieser Zeit hatte ein preußischer Grenadier
ein Anrecht, als Verpflegung täglich 1/2 Quart (ca. 0,6 Liter)Branntwein
zu erhalten .
Führend in der Erzeugung von Branntwein aus Getreide waren
die Flamen. Aus politischen Gründen wanderten um 1580 viele
Flamen aus den damals spanischen Niederlanden nach Westfalen und
Brandenburg aus, denn in diesen Ländern konnten sie ohne politische
Unterdrückung ihrem Gewerbe nachgehen und förderten damit
auch
ihr Umland.
Auf die Zeit um 1580 gehen auch die ersten Branntweine, die mit
Honig oder Zucker gesüßt
waren, zurück. Damals nannte man sie noch Julep, erst ca. 80
Jahre später bürgerte sich der Name Liqueur für gesüßte
Branntweine ein.
Die Ursache lag wohl darin, dass viele Hugenotten (französiche
Protestanten)von Karl IX und seiner Mutter Katharina von Medici
später durch Ludwig den XIV und den Aktivitäten des katholischen
Kardinals Richelieu aus Frankreich vertrieben wurden.
Unter diesen Glaubensflüchtlingen waren sehr viele Spezialisten,
welche auch die Kunst des Brennens
und der Likörbereitung verstanden.
Durch den 30 jährigen
Krieg (1618 - 1648) kam der Weinanbau fast vollständig zum
Erliegen.
Vor allem in Brandenburg
verschob sich dadurch das "Verbraucherverhalten" erstmals
zu Gunsten von Branntwein und Likören zu Ungunsten von Wein
und Bier, aber auch in anderen norddeutschen Ländern wurden
so die fehlenden Weinimporte oder Weinmangel kompensiert
Vom 17. Jahrhundert
bis in die Neuzeit wurde die Masse des Landes durch die aus den
Feudalgüter hervorgegangenen Gutsbetriebe bewirtschaftet. Die
"Mitarbeiter" dieser Gutsbetriebe waren erb-untertänig,
gehörten somit mit Leib und Leben zur jeweiligen Herrschaft.
Dafür sollten diese "Leibeigenen" aber auch von der
Herrschaft ernährt werden.
Auch aus diesem Grund wurden bei den meisten Gutsbetrieben Brennereien
eingerichtet, die Obst und Getreide, und später auch immer
mehr Kartoffeln zu Branntwein verarbeiteten.
Die Vorteile waren:
a) Überschüsse der Ernte konnten so aus dem Markt genommen
werden
b) Schlechtere Qualitäten konnten noch zu gutem Branntwein
verarbeitet werden
c) Ernährungsphysiologisch hat Alkohol einen sehr hohen Brennwert
(pro g 7 kcal. /
Eiweiß 4,1 kcal.).
d) Branntwein konnte lange aufgehoben werden und war ein begehrtes
Handelsgut
e) Die Schlempe, die beim Brennen entstand, fand als Viehfutterverwendung.
In Regionen, in denen
durch die Erbteilung überwiegend bäuerliche Kleinbetriebe
dominierten, förderte man die Landwirtschaft durch die höchstherrschaftliche
Erlaubnis, die Feldfrüchte zu Branntwein verarbeiten zu dürfen.
So erlaubte der Bischof von Straßburg, Kardinal Armand Gaston
de Rohan, im Jahre 1726 sämtlichen Einwohnern und bäuerlichen
Untertanen des Amtes Oberkirch, das Brennen von Kirschen zum Eigengebrauch.
Der Branntwein wurde
natürlich auch in die Städte geliefert. Nicht nur weil
Geschmack und Qualität sehr unterschiedlich war wurde er dort
auch "aromatisiert". Vielfach versuchten die dort ansässigen
Likörhersteller diesen "Sprit" durch nochmaliges
Destillieren unter Abscheidung des Vor- und Nachlaufes zu verfeinern
bzw zu reinigen.
Diese Likörhersteller und "Alkoholreinigungsbetriebe"
nannte man damals Destillateure.
Das Reinigungsverfahren
wurde durch den technischen Fortschritt immer weiter verfeinert,
so dass man am Ende dieser Entwicklung einen fast neutralen Alkohol
erhielt.
Auch im Bereich Medizin und Technik wurde die Nachfrage nach reinem
Alkohol immer grösser.
Überwiegend
norddeutschen Spiritusfabrikanten schlossen sich 1850 zusammen,
um ihren
Rohspiritus in Großanlagen mit entsprechend hohen technischen
Anforderungen zu Neutralalkohol zu reinigen. Dies erschien notwendig,
da die Erlössituation für Rohspiritus durch die Destillateure
immer weiter nach unten getrieben wurde.
Durch den Zusammenschluss waren die Erzeuger nun selbst in der Lage,
den Destillateuren einen Neutralalkohol anzubieten, der qualitativ
besser als der ihre war.
3. Beginn der "modernen" Kleinbrennerei
In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung
des Deutschen Reiches um 65 % an. Die Nachfrage nach Alkohol konnte
kaum gedeckt werden.
Der Staat reagierte so, dass nun auch Brennrechte an bäuerliche
Betriebe vergeben wurden. In Wein- und Obstgegenden, sowie in Getreide-
und Kartoffelanbaugebieten wurden Brennrechte in Konzession vergeben.
Beabsichtigt war, durch die Vergabe von Brennrechten die Alkoholerzeugung
zu steuern, um so den Inlandsmarkt unabhängig von Importen
zu halten, die Steuererhebung zu vereinfachen, landwirtschaftlichen
Betrieben auch durch die Schlempefütterung die Gelegenheit
zu geben, ihren Viehbestand zu vergrößern.
Durch diese politischen Maßnahmen konnte der jeweilige Bauer
seinen Kapitalstock wesentlich vergrößern.
Der heutige Aspekt
ist, dass diese Art der Alkoholherstellung über bäuerliche
Betriebe dezentral läuft und so viel umweltschonender bei der
Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen ist, als viele Großanlagen
unserer EU Partner.
Kaiser Wilhelm II.
unterzeichnete am 26.Juli 1918 das erste Branntweinmonopolgesetz.
Dieses Gesetz trat am 1.Oktober 1919 in Kraft. Es umfasste ein Bezugsmonopol
bestimmter Rohstoffe, ein Reinigungsmonopol, ein die Verwertung
und den Handel umfassendes Zwischenhandelsmonopol und ein Monopol
zur Herstellung und zum Vertrieb einfacher Trinkbranntweine.
Die schwierige wirtschaftliche
Zeit führte am 8.April 1922 nochmals zu einer Gesetzesänderung.
Diese bildet heute noch die Grundlage des deutschen Branntweinmonopols.
Nicht nur die Kleinbrenner arbeiten noch heute nach diesem nun über
80 Jahre alten Gesetz.
Etwas später kam dann noch das Einfuhrmonopol hinzu.
Durch Urteile des Europäischen Gerichtshofes wurde das Monopol
im Jahr 1976 umgewandelt und hat heute mit einem Monopol nur noch
dem Namen nach zu tun.
Es ist kein Monopol mehr und ist daher seit dieser Zeit auch auf
Zuschüsse angewiesen.
Dieses Gesetz berücksichtigt
auch die süddeutschen Klein- und Obstbrenner, denen ein Erzeugungskontingent
von 300 Litern reinem Alkohol oder den sogenannten Stoffbesitzern
ein Kontingent von 50 Litern reinem Alkohol zugesteht.
Diese Mengen dürfen
vom Erzeuger direkt verkauft werden, wenn vorher die Branntweinsteuer
an den Fiskus entrichtet wurde.
Damit wird erreicht, dass überzähliges Obst, das der Markt
nicht mehr aufnehmen kann, über
die Destillierblase verwertet oder veredelt werden kann.
Diese Maßnahme dient auch der Erhaltung des Streuobstanbaues
der als ökologisch sehr wertvoll eingestuft wird.
Die Kleinbrenner sind die Kleinbrenner einen wechselvollen Weg durch
die Geschichte gegangen.
Von der noch von den Alchimisten geprägten Herstellung des
"Aqua vitae"
zum Bewahrer der Volksgesundheit und "Steuersäckelfüller"
bis hin zum aktiven Schützter seiner regionaltypische Kulturlandschaften.
Übrigens -
über Geschichte und Geschichten lässt es sich am besten
mit einem wohlschmeckenden Obstbrand aus einer Kleinbrennerei nachdenken.
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